4. Philharmonisches Konzert

Jonathan Darlington Dirigent
Pinchas Zukerman Violine
Amanda Forsyth Violoncello

Johann Sebastian Bach

Fuga (Ricercata) zu sechs Stimmen aus „Musikalisches Opfer“ BWV 1071
in der Orchesterfassung von Anton Webern
Johannes Brahms
Quartett Nr. 1 g-Moll für Klavier, Violine, Viola und Violoncello op. 25
in der Orchesterfassung von Arnold Schönberg
Konzert für Violine, Violoncello und Orchester a-Moll op. 102

Mi 10. / Do 11. November 2010, 20.00 Uhr
Philharmonie Mercatorhalle

Einzelkarten 9,00/15,00/19,00/25,00/30,00/36,00 €,
ermäßigt 5,00/8,00/10,00/13,00/15,50/18,50 €

Ehestand und Freundschaftsbund

„Brahms, der Fortschrittliche“ – so hatte Arnold Schönberg einen berühmten Rundfunkvortrag überschrieben, der zugleich auch eine Standortbestimmung seines eigenen Komponierens zwischen Tradition und Moderne darstellte. Die Verehrung für Johannes Brahms nahm Schönberg mit ins amerikanische Exil: 1937 entstand seine Orchester-Bearbeitung des Klavierquartetts g-Moll – übrigens auf Anregung Otto Klemperers, dem sie so gut gefiel, dass er das Original gar nicht mehr hören mochte. Schönbergs Arrangement ist nicht so analytisch aufgespalten wie Anton Weberns berühmte Bach-Bearbeitung, es setzt vielmehr den Orchesterstil des „reifen“ Brahms mit seiner herben, klassisch geläuterten Spätsüße konsequent fort. Für diesen Stil steht auch Brahms’ letztes Orchesterwerk, das Doppelkonzert a-Moll aus dem Jahre 1887. Die ungewöhnliche Besetzung mit zwei Soloinstrumenten ist gelegentlich als Rückbesinnung des Komponisten auf Satzweisen der Wiener Klassik angesehen worden. Es gab aber auch einen privaten Hintergrund: Nach einem vorangegangenen Zerwürfnis hatte Brahms sich wieder mit seinem alten Freund, dem Geiger Joseph Joachim versöhnt. Das Doppelkonzert ist ein Dokument des neu geschlossenen Freundschaftsbundes, in dem Joachim die Geige und Brahms das Cello vertritt.
Noch inniger ist natürlich die Beziehung bei den Solisten des Philharmonischen Konzertes: Der große amerikanische Geiger Pinchas Zukerman teilt sich den Solopart mit seiner Ehefrau Amanda Forsyth, die mehrfach Solo-Positionen bei wichtigen amerikanischen Orchestern einnahm und regelmäßig mit Persönlichkeiten wie Yo-Yo Ma, Jaime Laredo und Yefim Bronfman musiziert. Das Gastspiel des illustren Ehepaares ist eingebettet in eine Woche der intensiven künstlerisch-pädagogischen Arbeit: Pinchas Zukerman leitet die renommierte Duisburger Meisterklasse 2010.


Jonathan Darlington

Jonathan Darlington, Dirigent


Amanda Forsynth
Amanda Forsynth, Violoncello


Forsyth Zukermann

Amanda Forsynth & Pinchas Zukermann, Violine


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