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Die Duisburger Philharmoniker
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Ein großes Sinfonieorchester ist immer zugleich Kulturbotschafter seiner Stadt und seiner Region. Bis fast ans andere Ende der Welt führte diese kulturelle Mission die Duisburger Philharmoniker im Herbst 2007: Mit ihrer umjubelten zweiten China-Tournee haben sie musikalische wie menschliche Brücken geschlagen, ein großes internationales Publikum ebenso wie das heimische begeistert und ihren hohen Rang in der internationalen Musikszene eindrucksvoll bestätigt.
Als einer der traditionsreichsten Klangkörper Deutschlands sind die Duisburger Philharmoniker in den großen Konzertsälen Europas ebenso zuhause wie in ihren zwei Residenzen, der neuen Mercatorhalle Duisburg und dem Theater Duisburg, welches seit nunmehr über 50 Jahren eine erfolgreiche ‚Theaterehe‘ mit dem Düsseldorfer Opernhaus als „Deutsche Oper am Rhein“ führt. Die Duisburger Philharmoniker gastieren regelmäßig im Concertgebouw Amsterdam, waren bereits im Strawinsky-Auditorium Montreux zu hören und bereisten in Konzerttourneen Spanien, Finnland, Großbritannien, Griechenland, die ehemalige Sowjetunion und China.
Seit der Jubiläumssaison 2002/2003 leitet der Brite Jonathan Darlington als Generalmusikdirektor die Duisburger Philharmoniker, deren Profil er seither entscheidend geprägt hat. Neben regelmäßigen Gastauftritten in der Region, wie in der Philharmonie Essen und der Kölner Philharmonie, spielt das Orchester bei den renommierten nordrhein-westfälischen Musikfestivals wie der RuhrTriennale und dem WDR Musikfest eine tragende Rolle. Die Spielzeit 2009/10 führte das Orchester nach Vilnius, Duisburgs litauische Partnerstadt und europäische Kulturhauptstadt 2009, sowie nach Polen.
Persönlichkeiten und Profile
Nach ihrer Gründung im Jahre 1877 entwickelten sich die Duisburger Philharmoniker bald zu einem überregional beachteten Klangkörper, der namhafte Dirigenten anzog. Max Reger und Hans Pfitzner waren die ersten prominenten Gäste am Pult des jungen Orchesters, das später auch von Künstlerpersönlichkeiten wie Paul Hindemith, Carl Schuricht und Bruno Walter geprägt wurde. Richard Strauss dirigierte hier 1903 seine sinfonische Dichtung „Tod und Verklärung“; im gleichen Jahr wurde hier die deutsche Erstaufführung der unvollendeten Sinfonie Nr. 9 von Anton Bruckner gefeiert. Mit dem 28jährigen Eugen Jochum hatte man 1930 einen hoch talentierten Nachwuchs-Dirigenten zum Generalmusikdirektor gekürt, dem 1946 in schwerer Zeit sein jüngerer Bruder Georg Ludwig Jochum auf das Podium folgte.
Als Georg Ludwig Jochum 1970 starb, hinterließ er seinen Nachfolgern einen ebenso brillanten wie profilstarken Klangkörper, der im internationalen Musikleben der siebziger Jahre zunehmend an Bedeutung gewann. Dafür steht vor allem der Name des Griechen Miltiades Caridis, dem 1982 der Amerikaner Lawrence Foster folgte. Foster setzte mit dem Schostakowitsch-Festival von 1984/85 künstlerisch wie kulturpolitisch ein wichtiges Zeichen. Der Schwerpunkt im russischen Repertoire sowie auf dem Werk Gustav Mahlers wurde durch seinen
Nachfolger Alexander Lazarew ab 1988 weiter vertieft. Mit Bruno Weil übernahm 1994 ein ausgewiesener Experte der historischen Aufführungspraxis das Amt des Generalmusikdirektors. Die Pflege der historischen Aufführungspraxis wird seither durch Gastdirigenten wie Ton Koopman und Reinhard Goebel fortgesetzt.
Tradition und Dynamik
Geprägt durch die Arbeit vieler herausragender Dirigentenpersönlichkeiten, aber auch durch die Versiertheit der Musiker selbst, hat das Orchester einen spezifischen Charakter herausgebildet, der sich durch eine besondere Verbindung traditionell deutscher Klangfülle im klassischen und romantischen Repertoire mit einer großen Expertise für zeitgenössisches internationales Repertoire auszeichnet. Diese Vielseitigkeit und Experimentierfreude zog stets namenhafte Dirigenten mit hohen Ansprüchen an.
Entsprechend lang und eindrucksvoll liest sich die Liste der Gastdirigenten: Carlos Kleiber, Horst Stein, Fritz Busch, Hermann Scherchen, Hermann Abendroth, Alberto Erede, Heinz Wallberg und Henry Lewis gastierten am Duisburger Podium ebenso wie namhafte Vertreter der jüngeren Generation, darunter Fabio Luisi, Kirill Petrenko, Ira Levine, Alberto Zedda, Christian Thielemann, Marc Piollet und Anu Tali. Nicht minder eindrucksvoll ist die Reihe bedeutender Solisten, so etwa der Pianisten Wilhelm Backhaus, Ferruccio Busoni, Vladimir Horowitz, Claudio Arrau und Wilhelm Kempff oder der Geiger Yehudi Menuhin, Henryk Szeryng und Arthur Grumiaux. In der letzten Zeit standen Virtuosen wie Antoine Tamestit, Claudio Bohorquez, Baiba Skride, Daniel Hope, Frank Peter Zimmermann, David Garrett, Sol Gabetta und Antonio Meneses mit den Duisburger Philharmoniken auf der Bühne.
Uraufführungen und neue Ufern
Das traditionelle Engagement des Orchesters für zeitgenössische Musik wird durch zahlreiche Uraufführungen gekrönt: Bedeutende Komponisten der Gegenwart wie Wolfgang Rihm, Krzysztof Meyer, Jürg Baur und Manfred Trojahn schrieben bereits Werke für das Orchester. Jonathan Darlington baut diese Tradition weiter aus; so hob er Mauricio Kagels Orchesterwerk „Broken Chords“ aus der Taufe und dirigierte zur Eröffnung der Neuen Mercatorhalle im April 2007 als deutsche Erstaufführung Tan Duns Sinfonie „Heaven – Earth – Mankind“. Zu den wichtigsten Premieren der letzten Jahre zählt auch Gerhard Stäblers Konzert für Sho und Orchester, das unter der Leitung von Johannes Kalitzke im Januar 2007 uraufgeführt wurde. Anlässlich des WDR Musikfestes in Duisburg dirigierte Karen Kamensek im April 2008 die Uraufführung des Concerto grosso für vier Schlagzeuger und Orchester von Richard Farber.
Zu den wichtigsten Premieren der letzten Jahre zählt auch Gerhard Stäblers Konzert für Sho und Orchester, das unter der Leitung von Johannes Kalitzke im Januar 2007 uraufgeführt wurde. Anlässlich des WDR Musikfestes in Duisburg dirigierte Karen Kamensek im April 2008 die Weltpremiere des Concerto grosso für vier Schlagzeuger und Orchester von Richard Farber.
Von der künstlerischen Arbeit der Duisburger Philharmoniker zeugen zahlreiche CD-Einspielungen herausragender Live-Konzerte und Studioproduktionen. Beflügelt durch die akustischen Möglichkeiten der neuen Mercatorhalle und durch die Zusammenarbeit mit dem audiophilen Label Acousence wurde ein neues Kapitel in der Aufnahmetätigkeit aufgeschlagen. Die jüngsten, von der Fachpresse hochgerühmten Live-Aufnahmen unter der Leitung von Jonathan Darlington umfassen Werke von Jolivet, Mozart, Schostakowitsch, Mahler und Dvoøák.
Mit „Klasse! Klassik“ wurde 2004 ein neues Projekt ins Leben gerufen, das jungen Menschen aller Altersstufen den Reichtum der klassischen Musik vermittelt. Eine treibende Kraft hinter dem neuesten Projekt, der Philharmonie 2.0, ist Generalmusikdirektor Jonathan Darlington. Ihrer Philosophie der Verbindung von Tradition mit Experiment treu bleibend, empfinden die Duisburger Philharmoniker den mutigen Schritt ins Internet als logische Weiterentwicklung und Herausforderung, ihre Rolle als Kulturmittler und ihr Engagement für eine größtmögliche Nähe zum Publikum in eine neue Dimension zu führen.






