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Ruhr2010

Projekt 2-3 Straßen von Jochen Gerz

2-3 Straßen TEXT & MAKING OF
Zwei Bücher im Schuber.

Format 16 x 24 cm,
ca. 3.000 + 240 Seiten

Bis zum 10.3.2011: 68,80 Euro (danach 86,00 Euro).

Vorbestellungen zum Subskriptionspreis auf der Internetseite
von 2-3 Straßen >>>

Fensterkonzert, Foto: Dagmara Wozniak

Kindergarten, Foto: Sabitha Saul

Katja Engbrecht, Foto: Michael Englert

Duisburger Philharmoniker, Foto: Michael Englert

Folkwang Essen, Foto: Sabitha Saul

PWD im U, Foto: Sabitha Saul



Hans-Böckler-Platz 7/9, Mülheim an der Ruhr, November 2010, Foto: Michael Englert


Ein Jahr 2-3 Straßen.

Hat sich die Welt verändert oder war es doch nur Kunst? Oder: Kann Kreativität den Kiez verändern?

Ein Jahr lang haben 78 Menschen aus Deutschland, Europa und Übersee mietfrei in 57 leer stehenden Wohnungen in Duisburg, Dortmund und Mülheim an der Ruhr gewohnt. Sie waren Teil der Ausstellung 2-3 Straßen von Jochen Gerz, mit dem Ziel, drei normale, für das Ruhrgebiet typische Straßen ohne Sehenswürdigkeiten zu verändern.

Besucherschule in 2-3 Straßen, Dortmund, Juni 2010, Foto: Sabitha Saul



Die neuen Bewohner haben gemeinsam mit ihren Nachbarn in den drei Straßen ein Buch geschrieben. Viele Menschen von nah und fern besuchten die Ausstellung in den drei Städten, haben geschrieben und ihrerseits das Leben in den Straßen verändert. An dem gemeinsamen, täglich wachsenden Text beteiligten sich bis Ende des Jahres 1000 Autoren und alle schrieben ohne die Texte der anderen zu kennen. 10.000 Beiträge verschwanden in einem digitalen Archiv. Jetzt steht die Veröffentlichung des 3000-Seiten Werkes an. Diese wohl einmalige Chronik des Jahres 2010 erscheint Mitte März bei DUMONT.

Computerschulung für Nachbarn in Mülheim an der Ruhr, Mai 2010, Foto: Inga Zoller



Zahlreiche Initiativen und Veranstaltungen belebten 1 Jahr lang 2-3 Straßen. So entstand in Dortmund die Weltbücherei, in Duisburg das kreative Adressbuch und in Mülheim brachen die Nachbarn zur gemeinsamen Hausreise auf nach Caratchi, Minsk oder Zürich. Aus den ersten Kontakten entstanden so immer mehr kreative Ideen. Die Duisburger Philharmoniker gaben ein Fensterkonzert in Hochfeld, in Mülheim entstand ein Einkaufsführer für „grüne Bürger, das neue Museum Ostwall lud ganz Dortmund zum Schreibtag ins U ein und das Museum Folkwang in Essen zeigte ab Juli 2010 die Entstehung des einjährigen Textes life.

Fensterkonzert der Duisburger Philharmoniker in 2-3 Straßen, Oktober 2010, Foto: Michael Englert



Die Ausstellung 2-3 Straßen ist zu Ende, doch mehr als die Hälfte der neuen Mieter bleiben auch 2011 in ihren Straßen, um auch in Zukunft mit ihren Ideen den Kiez zu beleben. In Duisburg und Dortmund wird ihr Engagement belohnt: die Vermieter haben erkannt, dass Kreativität ein Standortfaktor ist. 33 Prozent Mieterlass ist der Lohn. Besonders interessant ist die Entwicklung in Dortmund. Neue und alte Mieter entwickeln ein Modell, um auf der Basis von 2010 zu wirtschaften. Sie wollen Leben in die Strassen bringen und davon leben.

Nachbarn mit Anna Wiesingers Farbtafeln in Dortmund, September 2010, Foto: Sabitha Saul

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