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Die Duisburger Philharmoniker probten erstmals mit jungen Ensembles für das Kulturhauptstadt-Projekt “interfaces”. Am Ende steht der große Auftritt: Die internationale Musik-Tanz-Theater-Produktion “Looking for Paradise” wird im Juli 2010 im Landschaftspark Duisburg-Nord uraufgeführt.

interfaces ist eine internationale Musik-Tanz-Theater-Produktion von art@ work und den Duisburger Philharmonikern für die Kulturhauptstädte Mülheim – Duisburg – Oberhausen.

400 erfahrene Profis und junge Amateure arbeiten gemeinsam an einem in jeder Hinsicht grenzüberschreitenden Projekt, das nicht nur verschiedene Künste, sondern auch Menschen unterschiedlicher Generationen, Kulturen und Regionen zusammenführt, u.a. Breakdancer und Bajanspieler aus Zhodino/Belarus, Streetdancer und Sängerinnen aus Kouvola/Finnland, ein Jugendorchester aus Vina del Mar/Chile, HipHop und Ballett, Capoeira und türkischer Tanz, Chöre, Bigband und Orchester aus dem internationalen Ruhrgebiet.

Am 2. Juli 2010 treffen sich alle Akteure wieder in Mülheim, um der Bühnenproduktion den letzten Schliff zu geben. “Looking for Paradise” ist am
8. und 9. Juli im Landschaftsparks DU-Nord zu sehen.
Am 10. Juli 2010 wird die Produktion auf der Freilichtbühne Mülheim gezeigt.

Ein internationales und kompetentes Team von Pädagogen und Künstlern unterschiedlicher Genres begleitet die Werkstätten und Prozesse, in deren Verlauf eine Musik-Tanz-Theater-Produktion entstehen soll, die 2010 auf die Bühne gebracht wird.

Das Team:
Jonathan Darlington GMD der
Duisburger Philharmoniker
Gracias Devaraj (Indien) Regie
Leonardo Martinez (Chile) Texte
Claude De Souza (Westafrika) Choreographie
Eva Gronbach (Köln)Ausstattung

In der Sporthalle der Gesamtschule Saarn, fanden Ende September die ersten gemeinsamen Proben der Duisburger Philharmoniker mit den beteiligten jungen Ensembles aus der Region und aus zwei Partnerstädten statt. Die Duisburger Philharmoniker starteten mit dem “Höllentanz” aus Strawinskys “Feuervogel”-Suite,: ein kraftvolles, stark rhythmusbetontes und geradezu “modernes” Stück, das auch den Hörgewohnheiten einer Hip-Hop-Generation entgegenkommen sollte.

“Looking for Paradise” ist der Name der gemeinsamen Produktion, die im Juli 2010 mit allen Projektteilnehmern auf die Bühne gebracht werden soll. Die Konzeption stammt von dem indischen Regisseur Gracias Devaraj und erzählt vom Wandel des Ruhrgebietes, von Bewegung, von Migration, von der fortlaufenden Suche nach Werten, Idealen, nach Identität und Glück. Teil der Inszenierung wird ein Brief von einem Vater an seinem Sohn sein. In dem Brief schreibt der Vater an seinen Sohn über sich selbst. Wie er als junger Mann auf der Suche nach Arbeit und Glück mit seiner Frau und Kindern ins Ruhrgebiet kam. Wie er gearbeitet hat, um seiner Familie ein Zuhause zu geben. Doch die Zeiten haben sich geändert und jetzt herrschen andere Verhältnisse, von denen er nicht allzu viel versteht. Er bittet den Sohn, seinen eigenen Weg zu gehen und nach seinem Glück zu suchen. Die Jugendlichen werden im Laufe des Projektprozesses selber kreativ, indem sie ihr Empfinden von Heimat und Fremde, ihr Wollen und Fühlen an der Schwelle zum Erwachsenwerden, sowie ihre Zukunftsvisionen künstlerisch gestalten.

Im Mittelpunkt steht dabei die Musik als völkerverbindende Sprache. Für die deutschen und türkischen Jugendlichen bietet die Begegnung mit einer Drittkultur, sei es mit den chilenischen Jugendlichen, sei es mit den belarussischen Jugendlichen, deren Familien nach der Katastrophe von Tschernobyl nach Zhodino umgesiedelt wurden, die Chance, sich befremden zu lassen, Muster der Selbst- und Fremdwahrnehmung zu überdenken, neue Perspektiven der Kommunikation und des Miteinanders zu entwickeln. Die Duisburger Philharmoniker arbeiten gerne an dieser Produktion mit, da interkulturelle Kulturarbeit mit Musik eine herausragende Möglichkeit bereitet jungen Menschen mehr Selbstvertrauen zu geben und sie für neue Begegnungen und Erfahrungen zu öffnen.

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