Silberfaden der Melancholie
Karten Mi >>Karten Do >>7. Philharmonisches Konzert
Bruno Weil Dirigent
Wolfgang Amadeus Mozart
Serenade B-Dur für Bläser KV 361 „Gran Partita“
Benjamin Britten
Simple Symphony für Streicher op. 4
Joseph Haydn
Sinfonie Nr. 88 G-Dur Hob. I:88 „Oxford“
Mi 20. / Do 21. März 2013, 20.00 Uhr
Theater am Marientor
Einzelkarten 9,00 / 15,00 / 19,00 / 25,00 / 30,00 / 36,00 €,
ermäßigt 5,00 / 8,00 / 10,00 / 13,00 / 15,50 / 18,50 €
>> Programmheft
„Die Partitur sah nach nichts aus. Der Anfang, so simpel, fast lächerlich. Nur ein Pulsieren, Fagotte, Bassetthörner – wie eine rostige Quetschkommode. Doch da, plötzlich, hoch darüber, eine einsame Oboe, ein einzelner Ton, unerschütterlich über allem, bis eine Klarinette ihn aufnimmt, in einer Phrase von solch himmlischer Süße! (…) So eine Musik hatte ich noch nie vernommen. Voll tiefster Sehnsucht; einer so unstillbaren Sehnsucht, dass ich erbebte und es mir schien, als härte ich die Stimme Gottes.“
Die Szene aus Milos Formans „Amadeus”-Film ist unvergesslich. Antonio Salieri hört zum ersten Mal das berühmte Adagio der „Gran Partita“, komponiert von seinem verhassten Erzrivalen Mozart – eine Musik, deren unvergleichliche Schönheit ihn zu zähneknirschender Demut verurteilt. Das Beispiel ist gut gewählt: Die Bläserserenade, 1781 komponiert, ist vor allem ein Stück gefälliger Unterhaltungsmusik für die Feste der Wiener Aristokratie. Aber gerade hier entzündet sich das Genie des Komponisten, der in den leichten und gelösten Gestus der Musik einen poetischen Silberfaden von erschütternder Melancholie einzieht.
Bei Bruno Weil liegt dieses Werk fraglos in den besten Händen. Als einer der führenden Spezialisten für die Musik der Wiener Klassik ist er regelmäßig am Pult der bedeutendsten Orchester und Opernhäuser der Welt zu erleben. Mit dem Ensemble „Tafelmusik“ und der „Cappella Coloniensis“ spielte er Maßstab setzende Aufnahmen ein. Stilbildend war auch seine Arbeit mit den Duisburger Philharmonikern, denen er von 1994 bis 2002 als Generalmusikdirektor vorstand. Bei seinem Gastspiel trennt er zunächst die Orchester-Gruppen: Auf Mozarts Bläßserserenade folgt die witzig-charmante „Simple Symphony“ für Streicher des jungen Benjamin Britten. Am Ende vereinen sich die Kräfte in Haydns großer „Oxford“-Sinfonie.

Bruno Weil Dirigent




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