PK04-2012-13

Ein nordischer Barde

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6. Philharmonisches Konzert

Leif Segerstam Dirigent

Jean Sibelius
Karelia-Suite op. 11
Leif Segerstam
Sinfonie
Jean Sibelius
Szene mit Kranichen aus „Kuolema“ op. 44/2
Alexander Skrjabin
Le Poème de l’extase

Mi 20. / Do 21. Februar 2013, 20.00 Uhr
Theater am Marientor

Einzelkarten 9,00 / 15,00 / 19,00 / 25,00 / 30,00 / 36,00 €,
ermäßigt 5,00 / 8,00 / 10,00 / 13,00 / 15,50 / 18,50 €

>> Programmheft

Steht Leif Segerstam im Guinness Buch der Rekorde? Als fruchtbarstem Sinfoniker aller Zeiten stünde ihm das ohne Zweifel zu. Ende 2011 nannte das Werkverzeichnis des Finnen bereits 253 Sinfonien, und auch diese Zahl ist vermutlich längst überholt. Man darf sich hier allerdings keine Werke vorstellen, die im Sinne der sinfonischen Tradition komplexe Themen-Verarbeitung betreiben: Segerstam ist ein nordischer Barde, dessen Musik ganz aus dem spontanen Klangerlebnis entsteht und stets den direkten Weg zum Publikum sucht.

Als langjähriger Chefdirigent des Helsinki Philharmonic Orchestra steht Leif Segerstam den Werken seines großen Landsmannes Jean Sibelius natürlich besonders nah. Und er bricht auch gerne eine Lanze für das Frühwerk des Komponisten, das hierzulande nur selten erklingt. Da ist etwa die „Karelia“-Suite, zu der sich Sibelius von der Landschaft Kareliens inspirieren ließ, der wald- und seenreichen Grenzregion zwischen Finnland und Russland. Ein ebenso faszinierendes wie beklemmendes Stimmungsbild ist die berühmte „Szene mit Kranichen“ aus der Musik, die Sibelius zum Schauspiel „Kuolema“ („Der Tod“) seines Schwagers Arvid Järnefeld schrieb.

Sibelius bezog die Anregungen zu seiner Musik immer wieder aus der nordischen Natur und Mythologie – eine Erdverbundenheit, die wenig gemein hat mit der verfeinerten urbanen Sinnlichkeit seines russischen Zeitgenossen Alexander Skrjabin. Theosophische Spekulationen, erotische Phantasien und revolutionäre Ideale wuchsen bei ihm auf dem Boden einer hochneurotischen Psyche, die gefährlich zwischen Genie und Wahnsinn changierte. In seinem 1908 vollendeten „Le Poème de l’extase“ wird die luxurierende Klangfassade von einem engmaschigen Netz prägnanter Motive getragen.

Leif Segerstam Dirigent Foto: Jan Segerstam

Leif Segerstam Dirigent
Foto: Jan Segerstam

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