Rezensionen: 6. Philharmonisches Konzert
Bei dem Thema des 6. Philharmonischen Konzertes, ‘Klänge aus dem Totenreich’, hätte man einen dunklen und düsteren Abend erwarten können, doch alles andere war der Fall: Zunächst setzte das Programm nicht auf Werke, die das Leiden oder den Schmerz beschreiben, sondern vielmehr auf romantische Todessehnsucht (Barbers Adagio für Streicher op.11), auf das Poetisch-Gespenstische (Rachmaninows Sinfonische Dichtung ‘Die Toteninsel’), die Melancholie (Rachmaninows ‘Vocalise’) und schließlich auf die Erlösung im Paradies (Faures Requiem). Zum anderen lag es am Frohgemut des Dirigenten, der die wohlbekannten Werke nicht ins Traurige hat abrutschen lasssen. Mit John Fiore kam ein altbekanntes Gesicht nach Duisburg zurück, denn er war bis 2009 Chefdirigent der Deutschen Oper am Rhein. Der philharmonische chor duisburg, der wie immer von Marcus Strümpe bestens auf ein doch anspruchsvolles Werk vorbereitet worden war, war dankbar für das handwerkliche Rüstzeug eines mit Stimmen wohlvertrauten Maestros, hat er doch die räumliche Distanz zum Chor mühelos überbrückt. Die Soli im Requiem übernahmen die junge, talentierte Opernsängerin Anna Virovlansky und der wunderbare Bariton Hans Christoph Begemann, der, wie es Faures Wunsch war, “zwischen dem Himmel und der Menschheit zu vermitteln [wußte]; gewöhnlich auf friedliche Weise, voller Ruhe und Inbrunst; manchmal ernsthaft und traurig; nie drohend oder dramatisch.”




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